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Projekt 360°: Uganda, eine Reise wie keine andere

Die Schule war bald geschafft und ich wusste, dass mein nächster Schritt ein Sozialer Auslandsaufenthalt sein wird. Mich zog es schon immer nach Afrika und deshalb suchte ich mir ein Land im Herzen von diesem wunderbaren Kontinent aus: UGANDA. Mir war von Anfang an Bewusst, dass es ein Abenteuer werden wird und ich mit Heimwehattacken zu kämpfen bekommen werde, jedoch hielt mich nichts auf, mich darauf einzulassen und die Reise anzutreten.
Auch wenn meine Reise sich um einiges verkürzte, war es jedoch eine Erfahrung, welche mich prägen sollte. Ein Abenteuer welches ich nie missen möchte.
Deshalb beschloss ich an dem PROJEKT 360° um die Welt zu dir selbst, teilzunehmen. In diesem Projekt, schreiben Blogger über ihre Erfahrungen in einem anderen Land und zwar über ein Land welches sie veränderte.

DAS ABENTEUER BEGINNT

Meine Reise ging los und ich wusste nicht wirklich was auf mich zukommen würde. Werde ich die einzige Volontärin sein? Wie würde mein Projekt aussehen? Ich wusste nur, dass ich am Flughafen von der Organisation abgeholt werden würde. Naja, zumindest hieß es so. Ich landete um 2:00 Uhr in der Früh am Flughafen in Entebbe. Doch von der Organisation fehlte jede Spur. Dadurch durfte ich allerdings sofort die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen erfahren. Es dauerte nicht lange, dass zwei Afrikaner ihre Handys zur Hand nahmen und alle Nummern die ich hatte anriefen. Doch dies blieb leider ohne Erfolg.
Ich hatte irres Glück, dass ich am Flug von Deutschland nach Uganda drei Damen kennenlernen durfte, die mich dann mit in ihr Hotel nahmen. Dort kümmerte sich das Personal liebevollst um mich und vereinbarten mit mir, morgen alles in Gang zu setzten, um die Organisation zu erreichen.
Schlussendlich holte mich die Organisation am nächsten Tag am frühen Abend beim Hotel ab und brachten mich und eine Schweizerin in eine andere Unterkunft in der Hauptstadt Kampala.

Die Schweizerin und ich verstanden uns auf anhieb extrem gut und wir erfuhren am nächsten Tag, dass noch fünf weitere Volontärs kommen würden. Sobald ein drittes Mädchen, aus Großbritannien, ankam, machten wir uns mit einer Betreuerin auf den Weg in die Stadt. Der Kulturschock machte sich schon bald bei allen drei von uns bemerkbar, gleichzeitig genossen wir die Zeit zusammen in einem fremden Land und fuhren bald schon das erste Mal mit den sogenannten Boda Bodas (Motoräder).

GEMEINSAMES ORIENTIERUNG

Nach dem alle sieben Volontärs im Hotel angekommen waren, hieß es für uns am nächsten Tag in ein nobles Hotel am Rande der Stadt Kampala, auf einem Hügel, zu übersiedeln. Dort besaß jeder von uns ein eigenes, riesen großes Zimmer. Die Organisation meinte es sehr gut mit uns, jedoch fehlte für uns jeglicher Anschluss zu Familien daheim bzw. auch den Einheimischen. Wir hatten uns sieben und wurden schon bald zu sehr guten Freunden, die sich gegenseitig unterstützen und Kraft gaben. Wir verbrachten eine Woche in diesem Hotel und bekamen dort hilfreiche Informationen zu unseren Aufenthalten in Uganda. Nebenher lernte wir auch Bruchteile von Luganden, der Sprache welche in Uganda neben Englisch noch sprechen.
Nach dieser Woche fuhren wir zurück zur Organisation. Von dort an hieß es Abschied nehmen und jeder kam zu seinen Projekt.


ALLEINE IM NIRGENDWO

In meinem Projekt handelte es sich um eine Schule mit einem Heim. In dieser sollte ich die Lehrer unterstützen und dort auch wohnen. Der Ort an welchem mein Projekt lag, war weit weg von jeglichem Geschehen. Es dauerte eine gute Stunde von Kampala bis zur Schule. Für mich nicht die besten Voraussetzungen, wenn ich an mein Heimweh dachte. 
Die Lehrer und Nonnen, bei welchen ich wohnte, waren alle sehr bemüht und hilfsbereit, jedoch wusste ich schon bald, dass das nicht, das richtige für mich war. Ich durfte dann auch etwas später feststellen, dass kein einziger Volunteer bei diesem Projekt geblieben ist, alle haben gewechselt. Das sollte auch bei mir der Fall sein und so kam es, dass ich nach einer weiteren Woche wieder im Hotel neben der Organisation hauste. 

Es verging eine weitere Woche im Hotel, als ich schlussendlich bei einer Familie in Kampala untergebracht wurde. Auch sollte ich in einem Projekt helfen, wo sich eine Volontärs Freundin von mir befand. Nach dem die ersten drei Wochen sichtlich keine leichten waren, wurde die vierte immer besser und ich dachte mir, ich hab's geschafft und das Heimweh besiegt, meinen Traum 6 Monate in Uganda steht nichts mehr im Weg!
Naja, dachte ich mir zumindest.

Ich verbrachte eine wunderschöne Woche bei meiner Gastfamilie, wo ich die Kultur und die Leute viel besser und näher kennen lernen durfte. Mir wurde immer mehr bewusst, dass es sich wie eine Zeitreise anfühlte. Meine Gastgeschwister verneigten sich vor meinem Gastvater und mussten am Boden essen. Ich durfte erfahren wie es ist, seine eigene Wäsche mit der Hand zu waschen, kein fließend Wasser zu haben und sich beim Duschen mit einem kalten Wasserkanister zu waschen.
Auch das neue Projekt war wirklich toll und wir hatten immer etwas zu tun bzw. waren zu zweit und fanden uns etwas zu tun.
Immer wieder trafen wir uns mit den anderen Volontärs und verbrachten Zeit miteinander.
















Doch es dauerte keine weiter Woche und das Heimweh wurde immer intensiver. Dazu kam dann
noch, dass ich einen Grippalen Infekt bekam und dann war es aus.
Ich schrieb der Organisation und innerhalb von zwei Stunden, packte ich meine Sachen und war wieder im Hotel.
Ich hatte meinen Flug 2 Tage später, diesen verpasste ich, da mich die Organisation vergas und flog dann schlussendlich, nach 5 Wochen Abenteuer, 4 Tage später heim.

DER TRAUM IST GEPLATZ

Die schwerste Zeit sollte mich allerdings noch daheim erwarten. Ich machte mir Vorwürfe und verglich mich mit anderen. Bis ich dann irgendwann einsah, dass es zu diesem Zeitpunkt, die richtige Entscheidung war. Auch wenn ich meinen Traum nicht in voller länge Leben konnte (zumindest noch nicht bis jetzt ;)), war es trotzdem eine der intensivsten, abenteuerlichsten, spannendsten Reise die ich bis jetzt gemacht habe.
Es war das erste Mal, dass ich alleine in eine neue Kultur, ein fremdes Land flog und mich meinen Ängsten stellte. Dass ich an mich glaubte und es zumindest versucht habe. Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, wie mich diese Reise geprägt hatte und bis heute tut.
Ich lernte alle, die für uns selbstverständlichen Dinge, zu schätzen. Und habe mir eine Scheibe der Gelassenheit und Zufriedenheit der Afrikaner abgeschnitten.
Es war auf jeden Fall anders, als ich es mir erwartet hatte, jedoch eine der Reise welche ich nicht missen möchte.

DIE REISE GEHT WEITER

Mittlerweite ist mein Abenteuer schon wieder zwei Jahre her. Das schönste an dieser Geschichte ist, dass ich auch zwei sehr wertvolle Freunde gewinnen durfte, mit denen ich bis heute noch in Kontakt stehe. Uganda wird immer in meinem Herzen bleiben und nachdem ich jetzt schon ein weiteres Mal dieses Land besucht habe, weiß ich, dass das nicht das letzte Mal sein wird und ich meinen Traum irgendwann ausleben werde.

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